04.08.2025 | „Dass die Terroristen das ganze Land einnehmen könnten, ist falsch“ (Interview für Weltsichten)

In Mali und Burkina Faso können Islamisten immer wieder schwere Anschläge verüben. Doch für die Bevölkerung hat sich die Lage gebessert, und die meisten unterstützen das harte Vorgehen der Militärregierungen, berichtet Olaf Bernau. Interview auf der Webseite von Weltsichten (Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit) lesen.

Weiterlesen

01.08.2025 | Kriege und Konflikte: Niger (Bundeszentrale für politische Bildung)

In drei Landesteilen sieht sich Niger mit dschihadistischen Terrorgruppen konfrontiert. Am dramatischsten ist die Sicherheitskrise in der Region Tillabéri an der Grenze zu Mali und Burkina Faso. Ob sich die Lage seit dem Militärputsch 2023 stabilisiert oder verschlechtert hat, ist umstritten. Artikel auf Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung lesen

Weiterlesen

22.05.2025 | Perspektivwechsel. Die Entwicklung unter den Militärregierungen der Sahelregion ist komplexer als viele im Westen meinen. [Blog von medico international]

Wer derzeit Einschätzungen zum politischen Geschehen im Sahel abgeben möchte, sieht sich mit äußerst widersprüchlichen und beunruhigenden Entwicklungen konfrontiert. Offensichtlich ist vor allem, dass der Geist des Aufbruchs verflogen ist, der nach den Putschen in Mali, Burkina Faso und Niger vor zwei Jahren vielerorts zu beobachten war. So erklärte ich im Herbst 2023 in einem Interview für medico, dass angesichts der engagierten und erwartungsvollen Stimmung in der Bevölkerung der Begriff ‚Demokratisierungsgürtel‘ passender sei als das in westlichen Medien gängige Narrativ vom ‚Putschgürtel‘.

Weiterlesen

01.10.2024 | Sahel im Umbruch – Kooperationen der Zukunft. Dokumentation einer Konferenz von Fokus Sahel vom 10. bis 12. Juni 2024 in Berlin – inklusive Empfehlungen an Politik und Zivilgesellschaft

Dokumentation (76 Seiten) als PDF auf der Webseite von Fokus Sahel lesen: Deutschsprachige Version, Französischsprachige Version

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Kurzzusammenfassung: Offene Gesprächsatmosphäre trotz kontroverser Debatten

2 Erster Tag: Auftaktvorträge – vielschichtiges und kontroverses Lagebild der aktuellen Entwicklungen im Sahel

2.1 Kurzcharakterisierungen der Auftaktvorträge

2.2 Querschnittsanalyse der Auftaktvorträge

2.3 Empfehlungen der Auftaktvorträge

Weiterlesen

09.05.2024 | Sicherheitslage im Sahel: Zahlen und (westliche) Diskurse

Vor einigen Wochen habe ich mit Verweis auf aktuelle Zahlen des ACLED (Armed Conflict Location & Event Data Project) – einer in den USA ansässigen Notprofit-Organisation, die mittlerweile zur wohl wichtigsten Quelle für Statistiken zu bewaffneten Konflikten geworden ist (https://acleddata.com/africa/analysis/) – darauf hingewiesen, dass Mali im Jahr 2023 trotz verstärkter Kampfhandlungen einen Rückgang an Toten erlebt hätte, während in Burkina Faso die Zahlen steil nach oben gegangen seien. Diese mit einem ACLED-Säulendiagramm illustrierte Feststellung hat zu mehreren – gelinde gesagt – irritierten Reaktionen geführt. Denn meine Aussage stünde im Gegensatz zu den Schlussfolgerungen diverser Menschenrechtsreports, so die Kritik einiger Leser:innen. Mehrfach wurden zudem die Zahlen bzw. mein Umgang mit diesen angezweifelt. In diesem Sinne habe ich erneut die ACLED-Statistiken genau angeschaut – zusammen mit mehreren aktuellen Menschenrechtsreports zum Sahel, unter anderem von Human Rights Watch, Amnesty International und der UN. Und das wiederum ist der Grund, weshalb ich in diesem Text auf vier Aspekte näher eingehen möchte:

Weiterlesen

01.09.2023 | Zeitenwende im Sahel: Der Putsch in Niger und der Abzug aus Mali

Erschienen in: Blätter für deutsche und internationale Politik, September 2023

Noch vor wenigen Monaten schien es ruhiger um den Sahel geworden zu sein. Zuvor hatten mehrere westliche Länder beschlossen, aus der UN-Friedensmission MINUSMA in Mali auszusteigen, darunter auch Deutschland. Aus Berliner Regierungskreisen war sogar zu hören, dass der Sahel an Bedeutung verlieren würde, stattdessen sprachen Thinktanks davon, dass es nun darauf ankäme, die Region einzuhegen und ein Übergreifen der dschihadistischen Gewalt auf die Küstenländer zu vermeiden. Doch dann erfolgte ein spektakulärer Doppelschlag, der unmissverständlich in Erinnerung rief, dass der Sahel – ähnlich wie der gesamte afrikanische Kontinent – längst in eine fundamentale Transformationsphase eingetreten ist, samt weltpolitischer Implikationen.

Der Text ist hinter einer Paywall, bei Interesse bitte eine Mail an olafbernau@posteo.de schicken.

Weiterlesen

August 2023 | Krise in Niger: Beiträge in den Medien anlässlich des Putsches in Niger

Anlässlich des Putsches in Niger hatte ich im Laufe des Augusts die Möglichkeit, in zahlreichen großen und kleinen Medien, Einschätzungen zur Lage in Niger bzw. im Sahel insgesamt zu formulieren. Einige der noch abrufbaren und/oder nicht-paywall-geschützten Beiträge seien an dieser Stelle stellvertretend verlinkt:

02. August: Niger-Experte: Russland liefert relativ großzügig Waffen (Deutschlandfunk Kultur): Nach dem Putsch im Niger sah man Menschen, die russische Fahnen schwenkten. Von einer Orchestrierung Russlands in dem Zusammenhang geht Niger-Kenner Olaf Bernau aber nicht aus. Allerdings mache Moskau dem Land ein gutes Angebot.

03. August: Niger: Die Hotspot-Strategie der EU schlug fehl (Neues Deutschland): In der Zustimmung zum Putsch drückt sich die Unzufriedenheit der nigrischen Bevölkerung mit der Destabilisierung des Landes aus.

05. August: Der Kolonialismus ist noch nicht vorbei (Deutschlandfunk): Warum wurde in Niger geputscht? Die Putschisten argumentieren mit der schlechten Sicherheits- und Wirtschaftslage. Die Probleme hätten auch mit den bis heute spürbaren Auswirkungen des Kolonialismus zu tun, sagt Westafrikaexperte Olaf Bernau.

29. August: Zeitenwende im Niger (Monatszeitung von medico international): Der Westen stellt sich gegen den Putsch im Niger. Die dortige Bevölkerung begrüßt ihn als antikolonialen Akt. Olaf Bernau erklärt warum.

03.07.2023 | Verschiedene Texte zum bevorstehenden Ende der UN-Friedensmission MINUSMA in Mali

Veröffentlicht auf Twitter & Facebook

Anlässlich des Endes der UN-Friedensmission MINUSMA in Mali sind in Europa zahlreiche Texte erschienen. Bemerkenswert ist, dass viele von ihnen – nicht aber alle – die Verdienste von MINUSMA hervorheben. Denn das war in den letzten Jahren nicht immer der Fall: Ob im Bundestag, in den Medien oder der Zivilgesellschaft – häufig wurde der Eindruck erweckt, dass MINUSMA ohnehin nichts ausrichten könne. Teile der Friedensbewegung gingen sogar so weit, dass sie ausgerechnet MINUSMA für die Vertiefung der Gewalteskalation in Mali bzw. im Sahel (mit-)verantwortlich machten. Gleichzeitig ist auffällig, dass die wenigsten Texte so etwas wie westliche Selbstkritik erkennen lassen, also die Perspektive der malischen Bevölkerung betrachten und somit auch die Gründe darstellen, weshalb immer mehr Menschen MINUSMA als weitgehend nutzlose (westliche) Intervention empfunden haben (einige der diesbezüglichen Gründe habe ich bereits vergangene Woche aufgeschrieben: https://bit.ly/3CPQOqF).

Weiterlesen
1 2 3 4