August 2023 | Krise in Niger: Beiträge in den Medien anlässlich des Putsches in Niger

Anlässlich des Putsches in Niger hatte ich im Laufe des Augusts die Möglichkeit, in zahlreichen großen und kleinen Medien, Einschätzungen zur Lage in Niger bzw. im Sahel insgesamt zu formulieren. Einige der noch abrufbaren und/oder nicht-paywall-geschützten Beiträge seien an dieser Stelle stellvertretend verlinkt:

02. August: Niger-Experte: Russland liefert relativ großzügig Waffen (Deutschlandfunk Kultur): Nach dem Putsch im Niger sah man Menschen, die russische Fahnen schwenkten. Von einer Orchestrierung Russlands in dem Zusammenhang geht Niger-Kenner Olaf Bernau aber nicht aus. Allerdings mache Moskau dem Land ein gutes Angebot.

03. August: Niger: Die Hotspot-Strategie der EU schlug fehl (Neues Deutschland): In der Zustimmung zum Putsch drückt sich die Unzufriedenheit der nigrischen Bevölkerung mit der Destabilisierung des Landes aus.

05. August: Der Kolonialismus ist noch nicht vorbei (Deutschlandfunk): Warum wurde in Niger geputscht? Die Putschisten argumentieren mit der schlechten Sicherheits- und Wirtschaftslage. Die Probleme hätten auch mit den bis heute spürbaren Auswirkungen des Kolonialismus zu tun, sagt Westafrikaexperte Olaf Bernau.

29. August: Zeitenwende im Niger (Monatszeitung von medico international): Der Westen stellt sich gegen den Putsch im Niger. Die dortige Bevölkerung begrüßt ihn als antikolonialen Akt. Olaf Bernau erklärt warum.

02.08.2023 | Zirkuläre Mobilität statt Abschreckung. Die EU-Migrationspolitik sollte reale Alternativen zur Abschreckung ins Auge fassen. Das heißt: zirkuläre Mobilität aus Afrika zu erlauben.

Erschienen: taz, 02.08.2023 (unter der etwas irreführenden Hauptüberschrift „Grüne sind nicht der Gegner“)

Zu Recht wird derzeit massive Kritik an der geplanten EU-Asylreform geübt, ist doch eine abermalige Verschärfung der ohnehin dramatischen Situation auf den Migrationsrouten zu befürchten. Dies umfasst nicht nur die nahezu täglichen Bootsunglücke oder Folterlager in Libyen.

Auch die Situation in der Wüste wird immer prekärer, vor allem im Niger, dem wichtigsten Transitland für Mi­gran­t:in­nen aus West- und Zentralafrika: Dort wurde auf Druck der EU 2015 ein Gesetz verabschiedet, das die bis dahin völlig legalen Dienstleistungen für Mi­gran­t:in­nen unter Strafe stellt: Viele der über Nacht zu Kriminellen erklärten Transporteure, Hos­tel­be­trei­be­r:in­nen oder Händ­le­r:in­nen büßten ihre Existenzgrundlagen ein, die Wüstendurchquerung wurde lebensgefährlich, und in Agadez hat sich die Bevölkerung durch hängengebliebene und rückgeschobene Mi­gran­t:in­nen binnen weniger Jahre mehr als verdoppelt.

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