Postkoloniales Vampirsystem. Das Erstarken dschihadistischer Bewegungen im Zentrum Malis hat viel mit staatlicher Korruption und Willkür im Landwirtschaftssektor zu tun.

Südlink 184 – Juni 2018

Der radikale Islam in Mali ist längst nicht mehr auf den Norden des Landes beschränkt. Vor allem in der zentral gelegenen Region Office du Niger wächst der Einfluss dschihadistischer Bewegungen. Dort hatte bereits im 19. Jahrhundert ein extrem orthodoxer Islam großen Einfluss. Dschihadistische Gruppen präsentieren sich den Bauern und Bäuerinnen als bessere Alternative zu einem Staat, den sie auch nach der Entkolonialisierung als ausbeuterisch und repressiv erleben.

Als Teil der UN-Friedensmission MINUSMA sind seit Juli 2013 über 11.000 Soldat*innen im westafrikanischen Mali stationiert. Hinzu kommen knapp 2.000 Polizist*innen und Zivilangestellte der Vereinten Nationen, die EU-Ausbildungsmission EUTM und rund 1.000 französische Elitesoldat*innen, die im Rahmen der „Operation Barkhane“ gegen bewaffnete Dschihadisten im Norden Malis vorgehen. Umso bemerkenswerter ist, dass die Kette der schlechten Nachrichten nicht abreißt – trotz dieses großen Militärapparates, an dem auch Deutschland mit bis zu 1.300 Soldat*innen beteiligt ist.

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