Aktiv gegen Landgrabbing. In Mali kämpfen zwei Dörfer gegen die Vertreibung von ihren Feldern

iz3w 356, September/Oktober 2016

Im Zuge des Klimawandels gehen in Mali jährlich 150.000 Hektar Land verloren. Ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren gelten als unterernährt, zudem soll die Bevölkerung bis zur Jahrhundertmitte von derzeit 15 auf 50 Millionen Menschen anwachsen. Umso unbegreiflicher ist es, dass die malische Regierung seit 2003 mindestens 900.000 Hektar Land an GroßinvestorInnen verpachtet hat – ohne Konsultation der lokalen Bevölkerung und zu grotesk günstigen Konditionen wie etwa jahrzehntelange Steuernachlässe („tax holiday“). Offiziell wird dies damit gerechtfertigt, dass die PächterInnen mit ihren Investitionen einen Beitrag zur Entwicklung des Landes und somit auch zur Ernährungssicherheit leisten würden.

Diese Behauptung entpuppt sich jedoch als wenig stichhaltig: Auf einem beträchtlichen Teil der Flächen werden Exportgetreide sowie Agrospritpflanzen angebaut – begleitet von den negativen ökologischen Auswirkungen agrarindustrieller Landwirtschaft. Darüber hinaus ist es bereits zur Vertreibung tausender Bauern und Bäuerinnen von ihren Feldern und zur Blockade traditioneller Wanderrouten mobiler ViehhirtInnen gekommen.

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