23.12.2021 | Widersprüchliche Lage in Mali: Trotz Gewalt und Repression breite Beteiligung der Bevölkerung an nationalen Versammlungen

Die gesellschaftliche Lage in Mali ist unverändert dramatisch: Zum einen spitzt sich die Gewalteskalation immer weiter zu – insbesondere im Zentrum des Landes. So wurde am 3. Dezember morgens um 8 Uhr ein Lastwagen mit lokalen Händler:innen aus dem Dorf Songho in die Luft gesprengt. Er war auf dem Weg zum Markt in Bandiagara, 31 Menschen starben, darunter auch Kinder. Zum anderen ist die aus einem Doppelputsch hervorgegangene Übergangsregierung in jüngerer Zeit erheblich unter Druck geraten, ungeachtet dessen, dass sie weiterhin über großen Rückhalt in der breiten Bevölkerung verfügt. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, den Übergangsprozess bis zu den nächsten regulären Wahlen unnötig in die Länge zu ziehen. Im Zentrum der Kritik steht Premierminister Choguel Maïga, nicht so sehr Assimi Goita, Offizier und eigentliches Staatsoberhaupt des Landes. Hinzu kommt, dass sich Angehörige der politischen Klasse vermehrt Anklagen gegenübersehen, ein für Mali eher unübliches Phänomen. Meist geht es um Bestechlichkeit und Unterschlagung, aber auch unliebsame Kritik soll mundtot gemacht werden.

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Gerechtigkeitsgau in Glasgow. UN-Klimagipfel verzögert einmal mehr finanzielle Unterstützung für globalen Süden

Beilage von Afrique-Europe-Interact in der bundesweiten Ausgabe der tageszeitung taz (18. Dezember 2021)

Vieles spricht dafür, dass sich – im Vergleich zu 2010 – die weltweiten CO2-Emissionen bis 2030 um 13 Prozent erhöhen werden. Und das, obwohl eine Reduzierung um 45 Prozent nötig wäre, um die 2015 beim Weltklimagipfel in Paris vereinbarte Beschränkung der Erderhitzung auf 1,5 Grad tatsächlich erreichen zu können. Umso wichtiger ist es, dass beim jüngsten Weltklimagipfel in Glasgow diverse Beschlüsse gefällt wurden, die die Tür zum 1,5 Grad-Pfad zumindest einen Spalt breit offen halten. Gleichwohl wäre es irreführend, Glasgow als Erfolg zu präsentieren. Einmal mehr zeigte sich, dass die Interessen des globalen Südens wenig Gewicht haben – trotz der allgemein anerkannten Tatsache, wonach die arme Hälfte der Weltbevölkerung zwar am stärksten von der Klimakrise betroffen ist, gleichzeitig aber deutlich unter dem kritischen Schwellenwert von 2 Tonnen CO2-Verbrauch pro Person und Jahr bleibt.

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