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Wer die politischen Debatten in Mali in den letzten Jahren verfolgt hat, konnte spätestens seit dem Sturz von Präsident Ibrahim Boubacar Keita im August 2020 ahnen, dass Mali früher oder später die Notbremse ziehen und die Kooperation mit der UN-Friedensmission Minusma aufkündigen würde. Denn die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Minusma ist seit 2014 kontinuierlich gewachsen – und dabei haben bereits früh viele jener Fragen eine maßgebliche Rolle gespielt, die Außenminister Abdoulaye Diop nunmehr im UN-Sicherheitsrat als Ausstiegsgründe genannt hat. Umso irritierender sind die Reaktionen, mit denen die Entscheidung auf westlicher Seite in den vergangenen Tagen kommentiert wurden. Denn die Verantwortung wird überwiegend auf der malischen Seite verortet, etliche Beobachter:innen meinen zudem, dass es sich bei der (zum aktuellen Zeitpunkt) unerwarteten Ankündigung um einen „souveränistischen“ Schachzug der aus einem Doppelputsch hervorgegangenen Übergangsregierung gehandelt habe, um die Bevölkerung für ein „Ja“ zum neuen Verfassungsentwurf zu gewinnen, über den vergangenen Sonntag in einem Referendum abgestimmt wurde.
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