31.05.2026 | Warum es falsch ist, von einer Mässigung des dschihadistischen Terrornetzwerks JNIM zu sprechen

Veröffentlicht auf X und Facebook

Immer mehr (westliche) Beobachter:innen verweisen auf die Notwendigkeit, in Mali, Burkina Faso und Niger mit dem vermeintlich unaufhaltsam expandierenden dschihadistischen Terrornetzwerk JNIM in Verhandlungen zu treten. Grundsätzlich ist das natürlich nicht falsch, aber die These, dass die zu al-Qaida gehörige JNIM einen Mäßigungsprozess durchlaufen habe, wie derzeit allerorten zu hören ist (etwa von Ulf Lessing von der Konrad-Adenauer-Stiftung: https://www.dw.com/fr/mali-cinq-ans-apres-le-putsch-dassimi-goita/a-77268042 oder von Wassim Nasr: https://ctc.westpoint.edu/developments-in-the-sahel-an-interview-with-wassim-nasr-journalist-france24-senior-research-fellow-soufan-center/), ist allenfalls zutreffend, wenn man die JNIM mit der in der gleichen Region ebenfalls operierenden Terrorgruppe des Islamischen Staats (ISSP) vergleicht. Ansonsten zeigen auch jüngere Berichte, dass die JNIM überhaupt nicht daran denkt, ihre brutalen Methoden zurückzufahren, der laut der Rechercheplattform ACLED zwischen 2017 und 2025 39.850 Menschen zum Opfer gefallen sind (und hier sind die Opfer noch nicht einmal eingerechnet, den die Gründungsgruppen der JNIM zwischen 2012 und 2017 unter anderem Namen zu verantworten haben).

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29.05.2026 | Hoffnung im Schatten des Terrors. Der verkannte Umbruch im Sahel (Blätter für deutsche und internationale Politik)

Veröffentlicht in Blätter für deutsche und internationale Politik (Juni 2026)

Vorbemerkung für diese Webseite: Folgt man der allgemeinen Sahel-Berichterstattung in westlichen Medien, drängt sich der Eindruck eines allgemeinen Niedergangs in Burkina Faso, Mali und Niger förmlich auf. Gleichzeitig sticht ins Auge, wie sehr externe und interne Analysen der Entwicklungen auseinanderfallen. Auch wenn viele Menschen im Sahel durch die zunehmend landesweit stattfindenden Anschläge verunsichert sind, betonen sie dennoch das Moment der Selbstbehauptung – trotz der dramatischen sozialen Lage. Und genau diese schon seit Jahren anhaltende Kluft zwischen interner und externer Wahrnehmung ist auch der Ausgangspunkt eines Artikels, den ich in der Juni-Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik unter dem Titel “Hoffnung im Schatten des Terrors. Der verkannte Umbruch im Sahel” veröffentlicht habe:

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26.05.2026 | Wie sich französischsprachige Medien zum Sprachrohr terroristischer Gruppen in Mali machen

Veröffentlicht auf Facebook & X

Vor einem Monat wurde Mali von einer bis dahin beispiellosen Terrorserie erschüttert, bei der unter anderem der malische Verteidigungsminister Sadio Camara durch einen Selbstmordanschlag ums Leben kam. Die auf das gesamte Land verteilten Anschläge haben die Menschen zutiefst verunsichert, aber nicht zu dem von (westlichen) Medien einmal mehr prophezeiten Sturz der weiterhin von großen Teilen der Bevölkerung unterstützten Militärregierung geführt (https://olafbernau.de/2026/05/06/05-05-2026-mali-vorlaeufige-stabilisierung-trotz-fundamentaler-erschuetterung-vorort-einschaetzungen-zur-juengsten-terrorwelle-am-25-04-2026/#more-1474).

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06.05.2026 | Der Westen sollte endlich aufhören, Mali als Schachbrett zu betrachten – egal, was Russland tut.

Veröffentlicht auf Facebook & X

Gerade wenn es um den Sahel geht, wird deutlich, dass westliche Beobachter:innen buchstäblich im diskursiven Schützengraben liegen – so auch die Tagesschau gestern in ihrem Beitrag zu Mali. Bereits im Intro heißt es, dass die Militärs mit Russland kooperieren würden, um die eigene Macht abzusichern. Nun gibt es bestimmt viele Gründe, Russland zu kritisieren, aber Russland spielt in Mali keine hervorgehobene Rolle. Das Land ist zwar mit der Türkei und China größter Waffenlieferant, damit sich die Armee gegen dschihadistische (und separatistische) Gruppen wehren kann, die seit Anfang der 2000er Jahre – und eigentlich schon seit den 1980er Jahren – unter prowestlich ausgerichteten Regierungen entstanden sind.

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05.05.2026 | Mali: Vorläufige Stabilisierung – trotz fundamentaler Erschütterung. (Vorort-)Einschätzungen zur jüngsten Terrorwelle am 25.04.2026.

Dieser Werkstattbericht enthält verschiedene Beobachtungen, die ich in der Woche nach den Terroranschlägen vom 25.04.2026 in der malischen Hauptstadt Bamako gemacht habe. Im Zentrum stehen nicht zuletzt Wahrnehmungen aus der Bevölkerung – vor allem deshalb, weil sie erheblich von der Berichterstattung und Kommentierung internationaler Medien abweichen.

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