10.07.2026 | Wassermangel in Bamako und Kampf um Anefis: Kommentar zu taz-Artikel vom 08.07.2026
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In der Tat, 7 Leute in 7 verschiedenen Quartieren in Bamako bestätigten die Probleme am Telefon. Schlimmer noch: In manchen Quartieren ist die Wasserversorgung bis heute prekär. Und doch sollte ein Aspekt nicht unterschätzt werden: Obwohl die Bevölkerung extrem erschöpft ist, geht das Kalkül der Terrorgruppen nicht auf: Die Menschen wenden sich mehrheitlich nicht von der Regierung ab, sie machen stattdessen die Terrorgruppen für die aktuellen Probleme verantwortlich. Zudem wissen sie, dass Anschläge auf die ohnehin marode Infrastruktur größere Blackouts begünstigen. Entsprechend wird all dies auch als abermalige Bestätigung für das Versagen der einstigen (abgesetzten) politischen Klasse gesehen – und just diese Dimension fehlt in westlicher Berichterstattung häufig.
Gleichzeitig gilt, dass das Wasser langsam wieder zurückkommt. Ähnlich die Lage im Norden Malis: Hier schlägt der Artikel zwar keinen Alarm (wie viele französische Medien), aber tendenziell wird über den Sahel vor allem dann berichtet, wenn es schwierig zu werden droht. Doch mittlerweile ist Anefis wieder unter Kontrolle der Armee, mutmaßlich über 200 Aufständische wurden getötet. Gleichzeitig gibt es Berichte, dass die Aufständischen erneut angreifen werden – mit Unterstützung zusätzlicher Kämpfer aus dem Zentrum des Landes (vor allem von der Katiba Macina, die zum dschihadistischen Terrornetzwerk JNIM gehört). Von daher bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.
Schließlich: Kommentator:innen im Westen sprechen zwar unentwegt von einer sich verschlechternden Sicherheitslage, aber die Situation ist komplexer. Denn der Antiterrorkampf wird von der Bevölkerung breit getragen, zumal die Militärs kontinuierlich stärker werden. Hierzu gehört auch, dass die meisten die Lesart des taz-Artikels in Frage stellen, wonach Verhandlungen zum Ende der Angriffe auf Tanklastwagen geführt hätten. Betont wird eher, dass der militärische Begleitschutz immer stärker und Angriffe daher riskanter geworden sind. Wahr ist aber auch: Zu lösen ist die Krise langfristig nur durch konkrete Verbesserungen v.a. im ländlichen Raum und Verhandlungen. Und zu letzterem besteht seitens des Staates auch die Bereitschaft, so denn die Waffen tatsächlich niedergelegt werden.