Rückblick I: Wie alles anfing: Tuareg-Aufstand, Putsch und französische Militärintervention in Mali (2012 bis 2015)

Mit Staunen nahm die Welt 2012 zur Kenntnis, dass der malische Staat innerhalb kürzester Zeit wie ein Kartenhaus zusammengebrochen war. Begonnen hat es im Januar 2012 mit einem gemeinsam von Tuareg und Islamisten getragenen Aufstand im Norden des Landes. Im März 2012 folgte ein Putsch in der Hauptstadt Bamako, der von beträchtlichen Teilen der Bevölkerung begrüßt wurde. Hinter der Zustimmung steckte, dass sich die Menschen über die Art und Weise empört zeigten, wie die Regierung unter dem langjährigen Präsidenten Amadou Amani Touré entscheidend zum Zustandekommen der Krise im Norden beigetragen hatte.

Doch die Krise entwickelte sich rasch weiter: Die Islamisten verdrängten die Tuareg und errichteten ein brutales Dschihad-Regime im Norden des Landes, insbesondere in den drei großen Städten Timbuktu, Gao und Kidal. Zudem machten sie Anstalten, Richtung Süden vorzurücken – mit dem erklärten Ziel, früher oder später Bamako einzunehmen. Vor diesem Hintergrund rief die Übergangsregierung Frankreich zur Hilfe, dessen Armee (ausgestattet mit einem UN-Mandat) im Januar 2013 intervenierte und die Islamisten aus den Städten vertrieb, seitdem jedoch mit einem guerillartigen Aufstand verschiedener dschihadistischer und krimineller Gruppen konfrontiert war. Mittlerweile hat die Dynamik auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger übergegriffen, es ist daher nicht übertrieben, von einem Flächenbrand zu sprechen. Auch deshalb lohnt es, das damalige Geschehen in Erinnerung zu rufen, unter anderem die ersten Jahre der UN-Mission MINUSMA. Der Einfachheit halber möchte ich hierfür auf die Webseite von Afrique-Europe-Interact verlinken, denn dort sind unter der Rubrik Krise im Sahel: Hintergrund-Artikel (seit 2012) zahlreiche Beiträge zu den ersten Jahren der Krise dokumentiert.