26.05.2026 | Wie sich französischsprachige Medien zum Sprachrohr terroristischer Gruppen in Mali machen
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Vor einem Monat wurde Mali von einer bis dahin beispiellosen Terrorserie erschüttert, bei der unter anderem der malische Verteidigungsminister Sadio Camara durch einen Selbstmordanschlag ums Leben kam. Die auf das gesamte Land verteilten Anschläge haben die Menschen zutiefst verunsichert, aber nicht zu dem von (westlichen) Medien einmal mehr prophezeiten Sturz der weiterhin von großen Teilen der Bevölkerung unterstützten Militärregierung geführt (https://olafbernau.de/2026/05/06/05-05-2026-mali-vorlaeufige-stabilisierung-trotz-fundamentaler-erschuetterung-vorort-einschaetzungen-zur-juengsten-terrorwelle-am-25-04-2026/#more-1474).
Wie es grundsätzlich weitergeht, ist weiterhin offen, zumal dschihadistische Terrorgruppen ihre Angriffe auf die zivile Versorgungsinfrastruktur der Hauptstadt Bamako intensiviert haben (Angriffe auf Tanklaster, Lastwagen, (Klein-)Busse, Hochspannungsleitungen etc – glücklicherweise meist ohne Personenschaden).
Verantwortlich für die aktuellen Angriffe (inkl. des Großanschlags am 26.04.) ist ein Bündnis aus separatistischen Tuareg-Rebellen der FLA (das aber über wenig Rückhalt in der Tuareg-Bevölkerung verfügt) und das dschihadistische, zu Al Qaida gehörige Terrornetzwerk JNIM. Um so bemerkenswerter ist, dass der Pressesprecher der Tuareg-Separatisten von Paris aus die Öffentlichkeitsarbeit für die neue Allianz vorantreibt – anstatt ohne Umschweife verhaftet zu werden (als Mitverantwortlicher eines Anschlags mit dutzenden Toten sowie laufenden, nahezu täglichen Angriffen auf die zivile Versorgungsinfrastruktur eines gesamten Landes). So heißt es in einem Text der Medienplattform afrique XXI (https://afriquexxi.info/Attaques-au-Mali-Une-secousse-monumentale-dans-l-histoire-malienne): In einem Interview mit der AFP am 29. April in Paris bekräftigte Mohamed Elmaouloud Ramadane, Sprecher der FLA, dass „das Regime früher oder später fallen wird“. Die Ziele der Gruppen sind klar: die Städte Gao, Timbuktu und Menaka einzunehmen und vor allem die Russen zum Abzug zu bewegen. Unser Problem ist politischer Natur“, erklärte er, und „[wir] haben die Intervention Russlands zur Unterstützung der Junta negativ bewertet.“
Und in einem Interview (https://www.jeuneafrique.com/1794461/politique/alghabass-ag-intalla-fla-si-les-russes-navaient-pas-negocie-avec-nous-leur-sort-aurait-ete-fatal/) mit dem französischsprachigen Nachrichtenportal Jeune Afrique (mit weit über 1 Mio. Zugriffen monatlich) erklärte FLA-Führer Alghabass ag Intalla, dass sich das Bündnis gegen die „Feinde auf unserem Territorium“ richten würde, obwohl die Tuareg-Bevölkerung mit max. 30% eine Minderheit unter vielen Minderheiten im Norden Malis ist. Wenn westliche Länder und/oder Medien derart unverblümt Terrorgruppen begünstigen (die JNIM gehört zu Al Qaida – Stichwort 9/11!), dann dürfte einmal mehr die Wut nachvollziehbar werden, die sich im Sahel u.a. gegen die franz. Regierung (nicht die Bevölkerung!) richtet.