Rückblick II: Wie sich die Krise zu einem Flächenbrand im gesamten Sahel entwickelte (2016 bis 2020)
Zunächst war das Konfliktgeschehen auf den Norden Malis konzentriert (vgl. Rückblick I). Doch seit 2015/2016 dehnten sich die Auseinandersetzungen auf das Zentrum des Landes und von dort auf Burkina Faso und Niger aus. Zudem änderten sich die Konfliktkonstellationen. Zunehmend spielten auch Konflikte zwischen verschiedenen Gemeinschaften und Ethnien eine wichtige Rolle – ausgehend von sozialen, durch den Klimawandel verstärkten Interessensgegensätzen. Jenseits davon wurde immer offensichtlicher, dass die internationalen Truppen ihre Aufgabe nicht angemessen erfüllen konnten. Dabei geriet vor allem die von Frankreich getragene Antiterror-Operation Barkhane immer stärker in die Kritik – und im Windschatten davon auch die UN-Friedensmission MINUSMA. Konkret wurde bzw. wird Frankreich vorgeworfen, eigene Interessen zu verfolgen und mit seinem robusten Anti-Terrorkampf die Konflikte eher zuzuspitzen anstatt zu lösen. Wie in Rückblick I möchte ich auch für die Jahre 2016 bis 2020 auf die Webseite von Afrique-Europe-Interact verweisen, insbesondere die Rubrik Krise im Sahel: Hintergrund-Artikel (seit 2012).